03 Die ökonomische Herausforderung meistern

Ein Hauptargument gegen Klimaschutz ist oft, dass er zu teuer ist. Und ja, aktuell ist klimaschützende Technologie oft teurer als klimafreundliche Technologie. Aber das ist kein Naturgesetz und kann sich ändern, wenn die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schafft. Die Studien schlagen drei staatliche Instrumente vor, die klimaschützende Technologie langfristig günstiger machen als klimaschädliche Technologie, und somit Klimaschutz durch bessere Wirtschaftlichkeit unterstützt wird.

Die obige Abbildung aus der Studie des Bundesverbands der Industrie (BDI) aus dem Jahr 2021 zeigt die drei notwendigen staatlichen Instrumente und fasst in einem Satz sehr schön zusammen, wie sie am besten angewendet werden sollten: „Marktliche Bepreisungsinstrumente sollten eingesetzt werden, wo möglich – ergänzt um Förderung, wo nötig. Wo der Marktmechanismus trotz ausreichender Anreize das Problem nicht löst, sollte Ordnungsrecht als Korrektiv zum Einsatz kommen.“ Das heißt konkret, dass als Erstes durch einen CO2-Preis oder Emissionshandel fossile Technologien teurer gemacht werden sollen. Als Zweites sollen klimaneutrale Technologien durch staatliche Förderung günstiger gemacht werden. Und wenn beides nicht ausreicht, um das Problem durch den Marktmechanismus zu lösen, dann soll Ordnungsrecht wie Vorschriften und Verbote eingesetzt werden.

Die Studie vom BDI liefert auch konkrete Zahlen, welcher Regulierungsbedarf bis 2030 notwendig ist, um die Mehrkosten für Bürger und Unternehmen möglichst gering zu halten. Laut BDI entstehen durch Klimaschutz bis 2030 Mehrkosten von 41 Mrd. EUR, von denen 13 Mrd. EUR schon durch aktuelle Gesetze abgedeckt sind, aber noch 28 Mrd. EUR durch Förderungen abgedeckt werden müssen. Es gibt aber auch Bereiche, wo heute schon der Punkt überschritten ist, das klimafreundliche Technologie günstiger ist und für Einsparungen sorgt, wie bei E-Autos und E-Lkws, die durch geringere Spritkosten, weniger Wartungskosten und Steuervorteile insgesamt 25 Mrd. EUR an Einsparungen ermöglichen im Vergleich zu Verbrennerautos und -Lkws.

Die Studien betrachten auch, woher das Geld für die staatlichen Förderungen kommen soll: Der Staat erhält durch den Emissionshandel und die CO2-Steuer zusätzliche Einnahmen, die zusammen mit der Ersparnis durch den Abbau von Subventionen von fossilen Energieträgern die staatlichen Mehrkosten ausgleicht. Die Studien machen klar, dass es wichtig ist, dass der Staat Geld in die Hand nimmt, um Klimaschutz zu fördern. Aber auch, dass der größte Teil der staatlichen Mehrkosten durch die CO2-Steuer und Emissionshandel wieder hereinkommt.

Darüber hinaus gilt hier auch, was der Stern Report aus 2006 schon gesagt hat:

Jeder Euro, den wir heute in Klimaschutz investieren, spart uns langfristig Geld, da die Kosten des Nicht-Handelns durch Klimaschäden viel größer sind als die Kosten für Klimaschutz. Das hat schon 2006 der Stern Report „The Economics of Climate Change“ herausgefunden und dies wurde in Ariadne (2025) bestätigt. Von daher kann man zusammenfassend sagen, dass die Reports klar sagen, dass es möglich ist, die gesellschaftlichen Mehrkosten für Klimaschutz durch staatliche Maßnahmen zu kompensieren und das volkswirtschaftlich betrachtet Klimaschutz einen deutlichen Mehrwert für unsere Gesellschaft hat.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei dieser gesellschaftlichen Transformation ist das Thema sozial Gerechtigkeit. Können wir es schaffen, klimaneutral zu werden, ohne dass es zu sozialen Verwerfungen innerhalb unserer Gesellschaft kommt? Darum geht es in dem nächsten Blog-Artikel.

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