
Wenn die Transformation in eine klimaneutrale Gesellschaft gelingen soll, braucht sie eine breite Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Dies gelingt uns, wenn die Lasten sozial gerecht verteilt werden und Bürger*innen und Unternehmen von der Energiewende, Verkehrswende und Wärmewende profitieren. Die Studien liefern zu diesem Thema interessante Ansätze, wie zum Beispiel die Förderung von Bürgerwindparks und Bürgerenergie, aber auch wie Bürger*innen und Unternehmen finanziell entlastet werden können. Da dies ein weites Feld ist, will ich nur ein paar Grundgedanken aus den Studien aufgreifen.
Die Abbildung oben aus der BDI Studie nennt konkrete Zahlen, wie stark private Haushalte durch Klimaschutz belastet werden. Dabei werden prozentual Haushalte mit geringem Einkommen stärker belastet (2,3%) als Haushalte mit mittlerem oder hohen Einkommen (2,0% und 1,7%). Damit gerade die Haushalte mit geringem Einkommen finanziell entlastet werden, schlagen einige der Studien ein sog. Klima-Geld vor, das aus den Einnahmen der CO₂-Steuer bezahlt werden soll und Pro-Kopf an Bürger*innen ausgezahlt werden soll. Dadurch, dass Menschen mit hohem Einkommen einen höheren CO₂-Ausstoß haben und somit mehr CO₂-Steuer zahlen, und Menschen mit geringerem Einkommen weniger CO₂-Steuern zahlen, findet durch eine Pro-Kopf-Auszahlung des Klima-Geldes ein sozialer Ausgleich statt.
Zusätzlich können Bürger*innen durch Bürgerwindparks oder Bürgerenergieparks in die Energiewende einbezogen werden. Dies steigert die Akzeptanz von Windparks, da die Bürger*innen von den Windparks in ihrer Nähe auch finanziell profitieren.
Ein günstiger, gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr ist ein wichtiger Beitrag zu einer sozial gerechten Verkehrswende, da Haushalte mit geringerem Einkommen davon mehr profitieren. Gleichzeitig setzt er Anreize, Autos abzuschaffen und dafür den ÖPNV, Carsharing oder Fahrrad zu nutzen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es wichtig ist, das Thema soziale Gerechtigkeit beim Klimaschutz mitzudenken und die Studien liefern viele gute Ansätze, wie beides zusammen gelingen kann. Nachdem wir die übergeordneten Themen betrachtet haben, wollen wir uns nun die einzelnen Sektoren genauer anschauen. Fangen wir mit einem Überblick über die Sektoren an. Welche Sektoren gibt es und welcher Sektor verursacht wie viel Treibhausgasemissionen?

